Nach den Lagern
Ungarische jüdische Kinderüberlebende im Nachkriegsschweden
Friederike Kind-Kovács
Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden
https://orcid.org/0000-0001-7487-3240
Schlagworte: Transformationsforschung, Lebensalter und (Für-)Sorge, Holocaust, Überlebende, Kinder und Jugendliche
Abstract
Dieses Projekt untersucht das Schicksal ungarisch-jüdischer Minderjähriger, die im Frühjahr und Sommer 1945 aus Konzentrations- und DP-Lagern nach Schweden gebracht wurden. Die meisten kamen mit Hilfe von Folke Bernadottes „Weißen Bussen“ und der Hilfs- und Wiederaufbaubehörde der Vereinten Nationen (UNRRA); sobald sich die Minderjährigen in Schweden befanden, wurde die länderübergreifende Rettungsaktion vom Raoul-Wallenberg-Hilfskomitee für ungarische Deportierte geleitet. Das Projekt stützt sich auf eine neu entdeckte Sammlung fragmentarischer Briefe, die von den Überlebenden verfasst wurden oder an sie gerichtet waren. Ausgehend von diesen persönlichen Erzählungen untersucht das Projekt, wie Briefe sowohl den überlebenden Kindern als auch ihren Angehörigen halfen, in der Nachkriegszeit mit Traumata und erlittenem Leid umzugehen, und es ihnen gleichzeitig ermöglichte, soziale Beziehungen zu Mitgliedern ihrer schwer geschädigten und zerrissenen Familien wiederherzustellen. Darüber hinaus untersucht das Projekt die physische, psychische und soziale Rehabilitation der Überlebenden in Schweden.
Autor/innen-Biografie
Friederike Kind-Kovács, Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden
- Seit 08/2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden
- Seit 2023 Koordination der Internationalisierung des HAIT, Dresden
- 2023–2027: Chair der Arbeitsgruppe „Healthcare Patients” der COST-Action
- 02/2009–07/2018 Akademische Rätin a. Z. am Lehrstuhl für Geschichte Südost- und Osteuropas, Regensburg

